Die Zeit mit einem kleinen Kind ist schön, aber finanziell oft knapp. Viele Eltern überlegen deshalb, ob sie neben dem Kind etwas dazuverdienen könnten: ein paar Stunden Nachhilfe, Nähen, Tierbetreuung oder kleinere Aufträge von zu Hause. Gleich danach kommt die Frage: Verliere ich dadurch meine Leistung?
Eine verlässliche Antwort kann dir nur die Stelle geben, die die Leistung auszahlt. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land, nach Art der Leistung und nach deiner beruflichen Situation, und außerdem ändern sie sich. Dieser Artikel sagt dir deshalb nicht, was erlaubt ist. Er hilft dir, die richtigen Fragen zu stellen, eine Arbeit zu wählen, die sich mit Kind wirklich schaffen lässt, und Betrug zu vermeiden.
Warum Leistung nicht gleich Leistung ist
Im Alltag wird oft alles unter einem Begriff zusammengefasst, in Wirklichkeit kann es aber um verschiedene Dinge gehen:
| Was es sein kann | Wer meist zuständig ist |
|---|---|
| eine Leistung, die am Anfang einen Teil des Lohns ersetzt | die Versicherung oder Behörde, die Versicherungsleistungen auszahlt |
| ein längerfristiger Zuschuss für die Kinderbetreuung | die Behörde, die Sozialleistungen auszahlt |
| eine Freistellung von der Arbeit zur Betreuung des Kindes | dein Arbeitgeber laut Arbeitsvertrag |
Für jede dieser Sachen können andere Bedingungen gelten. Mancherorts zählt die Höhe des Einkommens, anderswo die Stundenzahl, die Art der Arbeit, für wen du arbeitest oder ob das Kind während deiner Arbeit betreut ist. Klär deshalb zuerst, was genau du bekommst und wer es dir auszahlt. Wenn du mehrere Leistungen gleichzeitig bekommst, frag zu jeder einzeln nach.
Fragen, mit denen du zur Behörde gehst
Bevor du etwas unterschreibst oder den ersten bezahlten Auftrag annimmst, stell der Stelle, die die Leistung auszahlt, diese Fragen:
- Darf ich neben der Leistung arbeiten oder etwas dazuverdienen? Sind Einkommen, Stundenzahl oder Art der Arbeit begrenzt?
- Spielt es eine Rolle, ob es sich um eine Anstellung, einen kurzfristigen Vertrag, gelegentliche Hilfe oder eine selbstständige Tätigkeit handelt?
- Darf ich für meinen bisherigen Arbeitgeber arbeiten, eventuell in einer anderen Position?
- Muss ich die Arbeit oder das Einkommen melden? Bis wann, auf welchem Weg und mit welchen Nachweisen?
- Muss das Kind während meiner Arbeit anderweitig betreut sein? Wie wird das nachgewiesen?
- Wirkt sich das Einkommen auf Höhe oder Dauer der Leistung aus oder auf spätere Ansprüche?
- Was passiert, wenn das Einkommen in einem Monat eine bestimmte Grenze überschreitet?
Fragen zu Steuern und Abgaben auf den Zuverdienst gehören ans Finanzamt oder in eine Steuerberatung.
Praktischer Tipp: Frag schriftlich, oder notier dir nach einem Telefonat das Datum und was dir gesagt wurde. Solange du keine klare Antwort hast, unterschreib nichts. Ein Anruf kann dir ersparen, eine Leistung zurückzahlen zu müssen.
Welche Arbeit sich mit einem kleinen Kind vereinbaren lässt
Am besten funktionieren Tätigkeiten, die:
- sich in kurzen Blöcken erledigen lassen (während das Kind schläft, abends),
- einen flexiblen Abgabetermin haben,
- keine ständige Erreichbarkeit am Telefon verlangen.
| Tätigkeit | Wann machbar | Was du brauchst | Woran denken |
|---|---|---|---|
| Nachhilfe vor Ort oder online | abends, am Wochenende | Fachwissen, Geduld | feste Zeit, in der das Kind betreut ist |
| Nähen, Änderungen, Handarbeiten | während das Kind schläft, abends | Nähmaschine, Geschick | realistische Termine |
| Backen auf Bestellung | abends, am Wochenende | Küche, bewährte Rezepte | Regeln für den Verkauf von Lebensmitteln vorab klären |
| Hunde ausführen, Tiere füttern | tagsüber, auch mit Kinderwagen | Erfahrung mit Tieren | ruhiger Hund, der mit dem Kinderwagen klarkommt |
| Büroarbeiten, Übersetzungen, Korrekturlesen | abends, am Wochenende | Computer, Genauigkeit | Termine mit Puffer vereinbaren |
| Fotos von Familien, Kindern, Produkten | am Wochenende | Kamera, Übung | Zustimmung der Leute zur Verwendung der Fotos |
| Hilfe im Haushalt für die Nachbarschaft | nach Absprache | Zeit, Zuverlässigkeit | klare Absprache zu Umfang und Preis |
Wenn du aus deiner Arbeit vor dem Kind Erfahrung mitbringst, sprich zuerst frühere Kolleginnen, Kollegen oder Kundschaft an. Kleinere Projekte für Leute, die dich kennen, sind oft der einfachste Einstieg. Prüf aber vorher, ob die Regeln der Leistung Arbeit für deinen bisherigen Arbeitgeber erlauben.
Wie viele Stunden realistisch sind
Der häufigste Fehler ist, die eigenen Kräfte zu überschätzen. Das Kind wird krank, schläft tagsüber nicht mehr, die Zähne kommen, und plötzlich schaffst du nicht einmal Kleinigkeiten.
Ein grober Wochenplan, den viele Eltern schaffen:
| Block | Zeit | Wofür |
|---|---|---|
| Mittagsschlaf des Kindes | dreimal eine Stunde | Nachrichten, Vorbereitung, Büroarbeit |
| abends, wenn das Kind schläft | zweimal anderthalb Stunden | konzentriertes Arbeiten |
| am Wochenende, wenn jemand anderes beim Kind ist | einmal drei Stunden | Treffen, Nachhilfe, Fotoshootings |
Zusammen sind das etwa neun Stunden pro Woche. Fang lieber mit weniger an und steigere dich, wenn du merkst, dass es klappt.
So organisierst du deine Zeit
- Sprecht euch zu Hause vorher ab. Wer ist beim Kind, während du arbeitest, und was passiert, wenn etwas nicht klappt?
- Hab einen Plan B. Großeltern, Freundeskreis, Nachbarschaft – jemand, der bei Krankheit oder Unerwartetem hilft.
- Sei bei Terminen ehrlich zur Kundschaft. „Fertig bis Freitag“ ist besser als ein „morgen“, das du nicht schaffst.
- Setz dir ein Limit. Zum Beispiel höchstens drei Aufträge pro Woche. Sonst wird aus dem Zuverdienst ein zweiter Vollzeitjob.
- Führ einfache Aufzeichnungen. Wann, für wen, wofür und wie viel. Das hilft bei den Steuern und bei Rückfragen der Behörde.
So findest du die erste Kundschaft
Die ersten Aufträge kommen fast immer aus der Umgebung: andere Eltern vom Spielplatz, Nachbarschaft, Bekannte, lokale Gruppen in sozialen Netzwerken oder Chat-Apps. Lies vor einem Beitrag in einer Gruppe deren Regeln.
Beispielbeitrag
„Hallo zusammen, ich bin in Elternzeit und habe Zeit für kleinere Aufträge: Hosen kürzen, Reißverschlüsse tauschen, kleine Änderungen an Kleidung. Fertig meist innerhalb von [Anzahl] Tagen, Übergabe in der Nähe von [Viertel]. Schreibt mir, was ihr braucht, am besten mit Foto, und ich nenne euch den Preis vorab.“
Leg den Preis nach Zeit, Material und danach fest, was andere in der Umgebung für ähnliche Arbeit verlangen. Vergiss nicht, auch die Zeit für Absprachen und Übergabe einzurechnen.
Vorsicht vor Betrug mit Heimarbeit
Eltern mit kleinen Kindern sind ein häufiges Ziel betrügerischer Angebote. Warnsignale:
- sie wollen von dir vorab eine Gebühr – für Material, Schulung, Registrierung oder ein „Starterpaket“,
- sie versprechen eine hohe Bezahlung für ein paar Minuten am Tag,
- sie verlangen eine Kopie deines Ausweises, Kontodaten oder Zugang zum Onlinebanking, bevor du überhaupt weißt, für wen du arbeitest,
- sie wollen über dein Konto Geld weiterleiten.
Weder seriöse Arbeitgeber noch seriöse Kundschaft verlangen von dir Geld für Arbeit. Wenn du Zweifel hast, lehn das Angebot lieber ab.
Checkliste vor dem ersten Auftrag
- Ich weiß, welche Leistung ich bekomme und welche Stelle sie mir auszahlt.
- Ich habe von dort die Bestätigung, dass die geplante Arbeit meinem Anspruch nicht schadet, und weiß, was ich melden muss.
- Während der Arbeit ist die Betreuung meines Kindes gesichert.
- Ich weiß vom Finanzamt oder aus der Steuerberatung, wie es mit Steuern und Abgaben aussieht.
- Arbeitsumfang, Termin und Preis sind vereinbart.
- Ich führe Aufzeichnungen über meine Einnahmen.
Zuverdienst in der Umgebung
Viele Eltern in Elternzeit haben Fähigkeiten, die die Menschen in ihrer Umgebung gern nutzen würden, nur wissen sie nichts voneinander. Bei QuickCashSpace bereiten wir einen Dienst vor, der dich unserer Meinung nach interessieren wird. Melde dich für Neuigkeiten an – das Formular ist direkt unter dem Artikel –, und wir geben dir Bescheid, sobald wir starten.