Urlaub, Feiertage bei der Familie, eine Dienstreise oder ein Krankenhausaufenthalt – früher oder später kommt der Moment, in dem das Tier nicht mitkommen kann. Gerade vor Feiertagen und in der Urlaubszeit sind gute Plätze und zuverlässige Betreuung schnell vergeben. Wer erst ein paar Tage vor der Abreise sucht, muss sich oft überstürzt entscheiden.
Diese Anleitung ist für beide Seiten: für Tierhalterinnen und Tierhalter, die Hilfe suchen, und für alle, die Tierbetreuung gern der Nachbarschaft und Menschen in der Umgebung anbieten möchten.
Drei Möglichkeiten im Vergleich
| Möglichkeit | Vorteile | Worauf achten | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Nachbarschaft, Familie, Bekannte | vertraute Person, kurzer Weg, das Tier bleibt zu Hause | Erfahrung mit Tieren vorhanden? Was, wenn kurzfristig etwas dazwischenkommt? | Katzen, kurze Abwesenheit, unkomplizierte Tiere |
| private Tierbetreuung (Besuche bei dir, Betreuung bei der Betreuungsperson zu Hause oder Übernachtung bei dir) | persönlich, flexibel, oft mit Fotos und Nachrichten | Vertrauen aufbauen und ein Kennenlernen einplanen | Katzen, Hunde, Kleintiere, ältere Tiere |
| Tierhotel oder Tierpension | eingespieltes System, oft mehrere Betreuungskräfte, teils Tierarztpraxis in der Nähe | rechtzeitig buchen, Impfungen vorab klären, Besichtigung | gesunde Hunde, die gut mit anderen Tieren zurechtkommen |
Viele Katzen fühlen sich in ihrer vertrauten Umgebung am wohlsten, deshalb sind regelmäßige Besuche zu Hause für sie oft die ruhigere Lösung. Hunde brauchen mehr Gesellschaft. Wenn niemand mehrmals täglich vorbeikommen kann, kommt eher die Betreuung bei jemandem zu Hause oder eine Pension infrage.
Drei Fragen helfen: Ist das Tier leicht gestresst? Verträgt es andere Tiere? Braucht es Medikamente oder besondere Pflege? Die Antworten schließen ungeeignete Möglichkeiten schnell aus.
So legst du eine faire Bezahlung fest
Einen einheitlichen Preis gibt es nicht. Die Bezahlung unterscheidet sich je nach Ort und danach, wer sich um das Tier kümmert. Am besten setzt du sie danach zusammen, wie viel Arbeit die Betreuung wirklich macht.
| Aufgabe | Was meist dazugehört |
|---|---|
| kurzer Besuch | Futter, Wasser, Katzenklo oder in den Garten lassen, kurzer Kontrollblick |
| Gassirunde mit dem Hund | ein längerer Spaziergang, Wasser auffüllen |
| ganzer Tag bei der Betreuungsperson | Hund oder Katze verbringt den Tag in einem fremden Haushalt |
| Übernachtung bei der Betreuungsperson | Betreuung tagsüber und nachts |
| Übernachtung bei dir | die Betreuungsperson wohnt bei dir, Versorgung abends und morgens |
Was die Bezahlung erhöht:
- mehrere Tiere oder Tiere, die getrennt gefüttert werden müssen,
- ein großer oder sehr energiegeladener Hund,
- Medikamente, besonders zu festen Zeiten, sowie alte, kranke oder sehr junge Tiere,
- ein Tier, das nicht allein bleiben kann oder Angst vor Fremden hat,
- ein längerer Weg zu dir nach Hause,
- Feiertage, Jahresende und Urlaubszeit,
- kurze Vorlaufzeit („Ginge das ab morgen?“),
- schlechtes Wetter und lange Betreuung, bei der sich viele Besuche summieren.
So kommst du zu einem Betrag:
- Finde heraus, was Profis in der Umgebung verlangen – Tierhotels und Leute, die regelmäßig Tiere betreuen. Das ist ein nützlicher Maßstab.
- Nachbarschaft oder Bekannte liegen meist etwas darunter. Sie haben keine Kosten für Versicherung, Anfahrt oder Planung, schenken dir aber ihre Zeit.
- Prüf den Betrag mit einer einfachen Frage: Wäre es angenehm, diese Arbeit für diese Bezahlung zu machen? Wenn nicht, biete mehr an.
Bei kurzer und einfacher Betreuung kann statt Geld auch ein Geschenk oder eine Gegenleistung reichen, wenn ihr euch in der Nachbarschaft regelmäßig helft. Wichtig ist, dass beide Seiten es als fair empfinden. Und auch wenn es heißt „Du musst mir nichts geben“, freut sich jede Person über eine kleine Aufmerksamkeit nach der Rückkehr.
So findest du jemanden, dem du vertraust
- Frag im Haus und in der Straße. Ein Zettel im Hauseingang bringt oft überraschend viele Antworten.
- Sammle Empfehlungen. Tierarztpraxis, andere Leute mit Hund beim Spaziergang, Nachbarschaftsgruppen in sozialen Netzwerken.
- Fang früh an. Vor Feiertagen und in der Urlaubszeit suchen viele gleichzeitig.
- Achte nicht nur auf den Preis. Entscheidend ist, wie gut jemand mit dem Tier umgehen kann.
Fragen fürs Kennenlernen
Trefft euch vorab, am besten bei dir zu Hause und mit dem Tier:
- Welche Erfahrung hast du mit Hunden oder Katzen?
- Wie oft kommst du, und wie lange bleibst du jeweils?
- Um wie viele andere Tiere kümmerst du dich in derselben Zeit?
- Was machst du, wenn das Tier nicht frisst, sich übergibt oder verletzt?
- Wer vertritt dich bei Krankheit?
- Schickst du Fotos oder kurze Nachrichten?
Achte darauf, wie sich die Person dem Tier nähert. Wer zuerst mit dir spricht und das Tier von selbst schnuppern kommen lässt, hat meist ein gutes Gespür.
Erst ein Probelauf
Mach vor einer langen Reise einen Test: einen Abend oder ein Wochenende, an dem die Betreuung ohne dich kommt. So zeigt sich, ob der Schlüssel, der Fütterungsplan und die Kommunikation funktionieren.
Wenn du dich für ein Tierhotel entscheidest
Entscheide nicht nur nach Fotos. Schau dir den Ort persönlich an und achte auf:
- Sauberkeit und Geruch – starker Geruch und schmutzige Zwinger sind ein schlechtes Zeichen,
- Temperatur und Belüftung – wichtig vor allem bei Hitze und für kurznasige Rassen,
- getrennte Bereiche – Hunde getrennt von Katzen, große Hunde getrennt von kleinen,
- Schutz vor dem Ausbüxen – doppelte Türen, Zaun,
- Aufsicht in der Nacht – ist auch nach Feierabend jemand vor Ort?
- Tierarzt – wer entscheidet, wenn das Tier krank wird, und wie wirst du kontaktiert,
- Zusatzkosten – Futter, Medikamentengabe, Baden, Abholung und Bringen, Feiertagspreis,
- Impfanforderungen – welche und wie viele Tage vor dem Aufenthalt.
Wenn die Antworten vage sind oder du den Ort nicht sehen darfst, such lieber weiter.
Checkliste für die Übergabe
Schreib alles auf, auch das, was selbstverständlich scheint, und schick es zusätzlich als Nachricht:
- Futter – Sorte, Menge, Uhrzeiten, Leckerlis und was das Tier nicht bekommen darf; pack einen Vorrat für ein paar Tage extra ein,
- Medikamente – Name, Dosis, Uhrzeit und wie sie gegeben werden (ein kurzes Video hilft),
- Tierarzt – Kontakt zur eigenen Praxis und zum Notdienst, der auch an Feiertagen erreichbar ist,
- Dokumente – Impfpass, Chipnummer,
- Kontakte – deine Nummer, Zeitverschiebung und eine Ersatzperson in der Nähe mit Zweitschlüssel,
- Haushalt – Fenster und Balkon (gekippte Fenster sind für Katzen gefährlich), Heizung oder Klimaanlage, Pflanzen, Post,
- für Hunde – Leine, Geschirr, Gassirouten, Verhalten gegenüber anderen Hunden, Kindern und Fahrrädern,
- für Katzen – Katzenklo, Verstecke, ob sie nach draußen geht,
- Kosten – bis zu welchem Betrag die Betreuung ohne dich entscheiden darf, falls ein Tierarztbesuch nötig ist.
Wenn das Tier zur Betreuungsperson zieht, pack vertrautes Futter, eine Decke, die nach Zuhause riecht, und das Lieblingsspielzeug ein.
Feiern mit Feuerwerk und anderer Lärm
Für viele Tiere sind Nächte mit Feuerwerk die schlimmsten im ganzen Jahr. Gerade dann entwischt ein fremder Hund am leichtesten.
- Früher Gassi gehen, solange es noch ruhig ist. Die letzte Abendrunde kurz halten.
- Der Hund bleibt immer an der Leine, auch wenn er sonst frei läuft. Am besten ein Geschirr, aus dem er nicht herausschlüpfen kann, plus Halsband mit Marke.
- Vorhänge zuziehen, Fenster schließen, Radio oder Fernseher anmachen.
- Dem Tier einen Rückzugsort lassen und es nicht allein lassen, wenn es Angst hat.
- Beruhigungsmittel nur, wenn sie tierärztlich verschrieben und ausdrücklich dagelassen wurden.
Prüf vor der Abreise, ob das Tier gechippt ist und ob im Register die aktuelle Telefonnummer steht.
Was vorab zu vereinbaren ist
- genauer Zeitraum inklusive Uhrzeit für Übergabe und Abholung,
- wo das Tier sein wird und wie oft am Tag die Betreuung kommt,
- Bezahlung und wann gezahlt wird – keine hohen Anzahlungen an Unbekannte, vernünftiger ist die Zahlung bei der Übergabe oder nach der Rückkehr,
- wie der Schlüssel übergeben und zurückgegeben wird,
- wie oft ihr euch meldet (ein Foto und eine kurze Nachricht pro Tag reichen),
- was gilt, wenn sich die Rückkehr verzögert, und wer einspringt, wenn die Betreuung krank wird.
Beispielnachricht, wenn du Betreuung suchst:
„Guten Tag, vom [Datum] bis zum [Datum] suchen wir jemanden, der einmal täglich abends unsere zwei Katzen füttert und ihr Katzenklo sauber macht. Sie sind scheu und bekommen keine Medikamente. Vor einer Zusage würden wir uns gern treffen, damit Sie die beiden kennenlernen. Welche Bezahlung stellen Sie sich vor, und wann würde Ihnen ein Treffen passen?“
Wenn du selbst Tiere betreuen möchtest
Fang in der Umgebung an – Nachbarschaft, Kollegium, Hundebekanntschaften vom Spaziergang. Schreib konkret, was du anbietest (Gassi morgens und abends, Besuche bei Katzen, Betreuung bei dir), welche Erfahrung du hast und welche Bezahlung du verlangst, inklusive Aufschlag für Feiertage. Nimm nur so viele Tiere, wie du schaffst, und lehn einen Hund mit einem Charakter ab, mit dem du keine Erfahrung hast. Die Regeln für die Haltung und das Ausführen bestimmter Rassen sowie für die Besteuerung des Einkommens unterscheiden sich je nach Land, deshalb klär sie bei der zuständigen Behörde vor Ort oder in einer Steuerberatung.
Hilfe mit dem Tier in der Nachbarschaft
Die beste Betreuung findet sich oft bei jemandem, der ein paar Straßen weiter wohnt und das Tier schon vor der Abreise kennenlernen kann. So jemanden zu finden, ist aber nicht einfach. Bei QuickCashSpace bereiten wir einen Dienst vor, der dich unserer Meinung nach interessieren wird. Melde dich im Formular direkt unter dem Artikel für Neuigkeiten an, und wir geben dir Bescheid, sobald wir starten.